Äthiomalische Gebiete

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Äthiomalische Gebiete
Ethiomalien
(engl. Ethiomalian Territories)
Stand:  ?
Hauptstadt: Mogadischu

Die Äthiomalischen Gebiete (engl. Ethiomalian Territories) sind ein instabiles Staatengebilde in Ostafrika.

Begriff[Bearbeiten]

Äthiomalisch setzt sich aus den größten Landesteilen Äthiopien und Somalia zusammen. Der zweite Wortteil sollte nicht mit dem westafrikanischen Staat Mali-Faso verwechselt werden.

Geographie[Bearbeiten]

Die Äthiomalischen Gebiete umfassen gegenwärtig die ehemals souveränen Nationen Somalia, Dschibuti (Hälfte des Landes) und Äthiopien (Großteil), alle diese Länder können ihrerseits mehr oder minder als Musterbeispiele für "Failed States" gelten. Die Gebiete werden auch als Horn von Afrika bezeichnet.

Äthiomalia grenzt im Norden an Saba, bis vor wenigen Jahren Teil der Gebiete, im Westen an Ägypten und das Bakongo-Stammesland und im Südwesten an Kenia. Der gesamte Osten liegt am Indischen Ozean bzw. im Nordosten an seinem Ausläufer, dem Golf von Aden.

Städte[Bearbeiten]

Die Hauptstadt der Äthiomalischen Gebiete ist die ehemalige, somalische Hauptstadt Mogadischu.

Weitere, bemerkenswerte Städte innerhalb Ethiomalias ist der Addis Abeba Shantytown-Sprawl am Horn von Afrika und Lalibela, ein magischer Nexus und zugleich die Heimat des bizarren, an einen post-apokalyptischen, religiösen Kult erinnernden Cyberware-Konzerns Zion Amalgamated.

Locations[Bearbeiten]

Hargeisa 
ein Gefängniskomplex, den die Skandinavische Union in Ethiomalien betreibt, um ihre hässlicheren Kriminellen schön weit weg zu lagern.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Gefolge von VITAS und dem Versagen der - zu dieser Zeit weitgehend machtlosen - UN und WHO (wie auch der Ärzte ohne Grenzen und anderer NGOs), die es nicht schafften, eine auch nur ansatzweise faire und bedarfsgerechte Verteilung medizinischer Hilfslieferungen und Medikamente zu ermöglichen, wandte sich die Bevölkerung in ihrer Not hier - wie in anderen Regionen Afrikas - den traditionellen Schamanen zu. Die Priester aus Addis Abeba waren mit Abstand die Erfolgreichsten bei der Bekämpfung der Seuche, und stiegen im nach den Umwälzungen, die die alten, staatlichen Strukturen zusammenbrechen und aus den Trümmern der gescheiterten Staaten Äthiopien, Eritrea und Somalia die Äthiomailischen Gebiete entstehen ließen, zu Priesterkönigen auf, die das Land heute beherrschen.

Erst kürzlich büßte Ethiomalia allerdings einen Teil seines Staatsgebietes ein, als die erwachte Nation Saba sich Anfang der 2070er ihre staatliche Unabhängigkeit erstritt, ohne, daß die Ethiomalier etwas dagegen tun konnten. Zu diesen territorialen Verlusten gehörte auch das ehemalige Eritrea, das erst Ende des 20. Jahrhunderts vom großen Nachbarn Äthiopien unabhängig geworden, und im 21. Jahrhundert vorübergehend Bestandteil der Äthiomalischen Gebiete gewesen war.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der arabische Konzern Ifrit Services - nominell eine Tochter von Global Sandstorm - hat speziell im somalischen Teil der Territorien die Rohstoffquellen und Bodenschätze einschließlich des Wassers gnadenlos und fast komplett ausgebeutet, und sich dann - ähnlich wie es MCT in der Tsimshian Nation gemacht hat - abgesetzt, und ein ausgeblutetes Land mit zerstörter Wirtschaft hinterlassen. Dies erscheint um so perfider, da Ifrit erstens mehrere Polizeikontrakte in Ethiomalia und dem benachbarten Nubien hielt, und sie zudem einheimische Piraten instrumentalisiert haben, um mit einer Groß-Geiselnahme von ihrem überhasteten Rückzug abzulenken, was letztlich zu einer Reihe unschuldiger, ermordeter christlicher Missionare führte.

Anno '73 hat aber zumindest der Konzerngerichtshof Ermittlungen eingeleitet, um herauszufinden, was Ifrit hier eigentlich wollte, und warum sie derart viel Schaden angerichtet haben, ohne hinter sich aufzuräumen...

Obwohl immer noch signifikante natürliche Ressourcen vorhanden sind, leiden Land und Bevölkerung entsetzlich unter dem Chaos, das Ifrit hinterlassen hat. Namentlich die Wasserknappheit macht es nahezu unmöglich, dem an und für sich durch aus fruchtbaren Boden des Landes nennenswerte Agrarerträge abzutrotzen, die die Menschen und Metamenschen ernähren könnten. - Weil Land und Einheimische jedoch so verarmt sind, stoßen die Möglichkeiten für Söldner und internationale Shadowrunner hier mit Wasserhandel und -transport - respektive -schmuggel - den großen Profit zu machen, rasch an ihre Grenzen.

Mitsuhama Computer Technologies ist zwar sehr daran interessiert, in den Ethiomalischen Territorien zu investieren, hat aber das Problem, daß sie einfach zu viele Lieferungen für ihre im Aufbau befindlichen Einrichtungen an die - insgesamt eher desorganisierten - somalischen Piraten verlieren. - Anders erging es dagegen Wuxing, als diese ihre Investitionen an der afrikanischen Ostküste erhöhten. Mithilfe der Prosperity Development Corporation (die für die Logistik ausschließlich Wuxings Worldwide Shipping benutzt) gelang es dem Hongkonger Konzern in den Äthiomalischen Gebieten Fuß zu fassen. Wuxing erhielt Zugang zu den Hafenstädten, unterbanden Piraten- und Schmuggleraktivitäten, baute mithilfe von Red Wheel Engineering Meerwasserentsalzungsanlagen und kaufen den lokalen Konzern AA Entertainment in Addis Abebas auf.

2073 ist auch NeoNET hier sehr aktiv, hat sich in Somaliland eine - für dortige Verhältnisse - stabile wirtschaftliche Basis geschaffen, und versucht gerade, Mogadischu zu seiner Hauptstadt in der Region zu machen. Zu ihrem Pech sabbotiert jedoch Horizon und insbesondere die Dawkins Group die Bemühungen NeoNETs mit allen Mitteln. So geben sich etwa Dawkins-Sozialadepten und angeheuerte Freiberufler teilweise zu Unrecht als NeoNET-Konzernvertreter aus, die sich bewußt ungeschickt verhalten und absichtlich falsche Versprechungen machen, die dann platzen, um das Vertrauen in NeoNET bei den Einheimischen untergraben und den Ruf des Konzerns gezielt zu schädigen. Andere Dawkins-Agenten tun so, als ob sie für Ares und Saeder-Krupp arbeiten würden, und fördern das ohnehin verbreitete Vorurteil vieler Afrikaner, diese Konzerne würden würden in der Region neo-kolloniale Ambitionen hegen oder sorgen generell für Unfrieden und Misstrauen. Zum Teil unterstützen die Horizon-Leute hier sogar die - in Teilen der Bevölkerung ohnehin latent vorhandenen - Sympathien für Aztechnology, das in einigen Gegenden Afrikas vielfach eher akzeptiert wird, als jene Megakonzerne, die ihre Wurzeln in Europa und Nordamerika haben.

Shadowtalk Pfeil.png ...und bewirken mit all diesen gegensätzlichen Kampagnen, daß die Somalis letzten Endes endgültig den Glauben daran verlieren, irgend einer der Konzerne wolle ihnen tatsächlich etwas Gutes. - Auf Grund ihrer Jahrzehnte langen Erfahrung mit Warlords und ähnlichen Figuren verleitet das die Einheimischen letztlich zu der fatalen Annahme, ihre beste Chance wäre wie üblich, sich dem Rücksichtslosesten anzuschließen, in der Hoffnung, daß da wenigstens ein Bisschen was für sie selbst abfallen könnte... Selbst mir ist absolut schleierhaft, was sich die Horizon Group letztlich von dieser Strategie verspricht!
Shadowtalk Pfeil.png J.R.Ackermann - Merke: Psychologische Kriegsführung im Übermaß ist nicht immer zielführend!

Hourani Construction ist ein weiterer, in Mogadischu ansässiger, lokaler Konzern, mit dessen Führung der Milliardär und Jetsetter Johnny Spinrad mitte der 2070er offenbar zwanglose Gespräche führte, als er in der ethiomalischen Hauptstadt zu Besuch war.

Im äthiomalischen Lalibela ist zudem der mysteriöse Medizinkonzern Zion Amalgamated zu Hause, der sich durch eine in den Jahrzehnten nach VITAS entstandene, bizarre, posthumanistische Konzernkultur und eine fast schon an eine pseudo-religiöse Sekte erinnernde Struktur auszeichnet. Er soll dort - angeblich - sogar über eine Deltaklinik verfügen.

Schließlich gibt es in Somalia noch Bosaso Enterprises, einen aufstrebenden, einheimischen A-Konzern, der in näherer Zukunft zum Double- und irgendwann vielleicht sogar zu Triple-A-Status aufsteigen möchte. Um diese Ziele zu erreichen, benötigt er allerdings eine stabile Basis, und glaubt, den Weg dazu im gezielten Nation-Building in seiner derzeit weitgehend recht- und gesetzlosen somalischen Heimat zu finden.

Der skandinavische Double-A-Konzern Erika scheint sich, nachdem er im Rahmen von NeoNETs tiefem Fall und dessen Auflösung in seine drei Ursprungskonzerne wieder eigenständig wurde, verstärkt in der Region zu engagieren, und NeoNETs - weitgehend fruchtlos gebliebene - Bemühungen in Äthiomalia fortzuführen.

Kultur[Bearbeiten]

Die Erfahrung mit der Seuche VITAS hat Äthiomalia stark geprägt: Es ist strikt verboten, die Haut von Fremden zu berühren, Komplettverhüllung und das Tragen von Masken - von einfachen Gasmasken bis hin zu elaborierten, künstlerisch gestalteten Atemschutzmasken im Stil afrikanischer Totems (ähnlich denen, die im aztlanischen Tenochtitlán ein Statussymbol sind) - ist Standard, und das keineswegs nur bei Personen mit Verbindungen zu Zion Amalgamated. Fleisch wird als sterbliche Schwäche angesehen, und Cyberprothesen als Ersatz selbst gesunder Körperteile populär und schon an der Tagesordnung.

Shadowtalk Pfeil.png Wobei all das so aber wohl mehr für die ehemals äthiopischen Teile des Landes gilt, als für das einstige Somalia. - Siehe Absatz zur Wirtschaft und Konzernszene dort... ich denke nicht, dass die Priesterkönige Addis Abebas und Zion Amalgamated unter den somalischen Warlords und Piraten oder bei den ganzen in- und ausländischen Konzernen, die sich in und um Mogadischu tummeln, viel zu sagen haben, oder dass man das kulturelle Paradigma der Verachtung des schwachen Fleisches und der Masken und des Berührungs-Tabus dort in der Form übernommen hat...! [E1]
Shadowtalk Pfeil.png The African Enquirer

Außerdem rühmen sich die Äthiomalischen Gebiete, komplett ghulfrei zu sein, und es gibt ein Gesetz, das es nicht nur erlaubt, sondern sogar verpflichtend verlangt, jeden Ghul, der das Staatsgebiet betreten sollte, auf Sicht zu erschießen! - Mit der Ghul-Nation Asamando bestehen - unter diesen Umständen wenig überraschend - keinerlei diplomatische Kontakte.

Sport[Bearbeiten]

Wenigstens in der alten Hauptstadt Somalias - Mogadischu - wird ungeachtet des oben beschriebenen kulturellen Paradigmas nach wie vor Fußball gespielt. Der Sportenthusiast und Konzernchef Johnny Spinrad ließ sein Londoner Topteam - den «FC Arsenal» - anlässlich seines Besuchs dort ein Freundschaftsspiel mit einer lokalen Mannschaft bestreiten, und ließ es sich zudem nicht nehmen, selbst mit einheimischen, benachteiligten Jugendlichen auf den örtlichen, sandigen Bolzplätzen zu kicken.

Unterwelt[Bearbeiten]

Einheimische Piratencrews und Warlords mit ihren plündernden, räuberischen Milizen stellen die dominierenden Mächte der somalischen respektive ätiomalischen Unterwelt dar, wobei man bei beiden Gruppen eher von desorganisiertem, als von organisiertem Verbrechen sprechen kann...

Shadowtalk Pfeil.png ...weshalb sich auch die Konzerne in der Regel so schwer damit tun, mit den richtigen Anführern zu verhandeln, um die Piraten als Freibeuter anzuheuern, die ihre eigenen Frachten schützen, und dafür die Konkurrenz angreifen und schädigen... aber für solch heikle und difizile Jobs haben die Herren Johnson und Ibrahim ja immer noch mich!
Shadowtalk Pfeil.png Vincent Blaque, Frachtagent

Nichts destotrotz verfügen viele der diversen, einzelnen somalischen Piratengruppen, von denen einige bestenfalls locker organisiert sind, während andere eher Kulten gleichen, über militärische Waffen und fähige Schamanen.


Quellen[Bearbeiten]

Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Äthiomalische Gebiete in der Shadowhelix, der dort unter GNUFDL steht. Eine Liste der Autoren findet sich hier.

Primärquellen zu den Äthiomalischen Gebieten sind:

Erläuterungen:[Bearbeiten]


^[E1] - Die Aussagen in dem Shadowtalk-Kommentar verweisen darauf, dass die Beschreibung in "Neo-Anarchistische Enzyklopädie" (S.34-35) weitgehend inkompatibel mit den in der Vierten und Fünften Edition veröffentlichten Informationen zum somalischen Landesteil ist, und daher - eigentlich - nur für den äthiopischen Teil Äthiomalias gelten kann.