Cyberterminal

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Ein Cyberterminal ist ein speziell für die Interaktion mit Computernetzwerken, vorrangig der Matrix, geschaffenes Computersystem.

Beschreibung

Insbesondere erlaubt das Cyberterminal einem Benutzer, der über ein Direktes Neurales Interface oder Elektroden verfügt, die Virtuelle Realität der Matrix zu erleben. Das Cyberterminal kann im Prinzip auch einfach als Computer verwendet werden und wird in vielen Wohnungen als zentrale Recheneinheit für verschiedene vernetzte Systeme eingesetzt. Ein illegal modifiziertes Cyberterminal bezeichnet man als Cyberdeck. Seit der Umrüstung auf die Wireless Matrix nach dem Crash 2.0 verlieren Cyberterminals und Cyberdecks mehr und mehr an Bedeutung und werden durch Kommlinks zur Interaktion mit der Matrix ersetzt.

Abgrenzung zum Cyberdeck

Ein Cyberdeck ist eine portable Variante des Cyberterminals, die seit 2050 als sogenannte "Siebte Generation" eingeführt wurden. Generell ist das Unterscheidungsmerkmal die Größe und die Mobilität des jeweiligen Geräts [1] [2]. Allerdings wurden bereits vor 2050 einige Geräte und Prototypen als Cyberdecks statt als Cyberterminal bezeichnet. So etwa der Prototyp des "Portal" von Matrix Systems, welches nur noch Schreibtischgröße hatte. Im Vergleich zu den raumfüllenden Cyberterminals der ersten Generation war diese Gerät bereits portabel [2] [3]. Auch das darauf basierende Fuchi CDT-1000 Vision, welches die Größe eines Desktop-PCs hatte, wurde vom Hersteller als "erstes Desktop-Cyberdeck" bezeichnet [5].

Cyberterminals werden von Deckern manchmal auch verächtlich Schnecke genannt, da ihre Leistungsfähigkeit bei weitem nicht die der Cyberdecks erreicht, mit denen Decker ihre waghalsigen Matrixruns vollführen. Die Einsatzmöglichkeiten von Cyberterminals sind vielfältig und reichen vom Matrixzugang, über Terminverwaltung und Multimedia-Anwendungen bis hin zur Steuerung aller möglichen Anwendungen der vernetzten Wohnung.

Geschichte

Das erste Cyberterminal wurde am 25. Juli 2026 für militärische Zwecke erprobt. Die damaligen Modelle waren Isolationskammern mit zahlreichen Jackpoints und Anschlüssen, die ein ganzes Zimmer belegten. Der Benutzer konnte so mit dem Terminal per Kraft seiner Gedanken mit den Datennetzwerken der Welt in Verbindung treten. Erste Versuche endeten allerdings damit, dass viele der Freiwilligen wahnsinnig wurden [6].

Crash 1.0

2029 hatten Sony Cybersystems, Fuchi Industrial Electronics und RCA-Unisys Prototypen für Cyberterminals entwickelt. Das Geld stammte vorrangig von Militärgeheimdiensten. Diese Entwicklung sollte sich als glückliche Fügung herausstellen, da am 8. Februar der Crash von 2029 startete. Die USA begannen noch am gleichen Tag, eine Spezialeinheit aus bestens ausgebildeten Militärhackern aufzustellen - Echo Mirage - welches mit diesen neuen Terminals den Crash-Virus bekämpfen sollte, auch wenn schnell klar war, dass sie nichts ausrichten konnten [7].

Das zweite Echo-Mirage-Team konnte am 30. August zunächst ebenfalls keine Erfolge gegen den Virus verbuchen, auch wenn es schon mit verbesserten Cyberterminals ausgestattet worden war. Nach 18 Minuten starben vier Mitglieder an tödlichem Biofeedback. Wissenschaftler analysierten die Daten der Cyberterminals der verstorbenen Teammitglieder und fanden einen neuen Weg, das Feedback zu verhindern. Konzernbeobachter stellten zudem fest, dass herkömmliche Sicherheitsprogramme nichts gegen eine Person ausrichten konnten, die direkt an den Cyberspace angeschlossen ist oder diese auch nur bremsen könnten. Erste Gelder flossen in Forschungsprogramme, um Wege zu finden, Hacker aufzuhalten, die Cyberterminals verwenden [7].

Basierend auf diesen Erfahrungen entwickelten sich die Cyberterminals weiter - sie wurden kleiner und leistungsstärker, während Echo Mirage langsam aber sicher Erfolge im Kampf gegen den Virus verbuchen konnten [7]. Nachdem das Team am 3. November 2031 die letzten Reste des Crash-Virus erledigt hatten, waren nur noch wenige Mitglieder übrig geblieben. Vier von ihnen wechselten in den Privatsektor, wobei sie die Geheimnisse über die Cyberterminaltechnologie mitnahmen [8].

Kommerzialisierung

Die zweite Generation in Form einer Art Kokon sollte schließlich am 25. Dezember 2031 auf den Markt kommen. Diese Kokons waren zu diesem Zeitpunkt nur noch so groß wie ein Schreibtisch und dank gesunkener Herstellungskosten inzwischen auch für Endverbraucher erschwinglich [8] [11]. Später präsentierte Fuchi Industrial Electronicsam 9. September 2036 mit dem Fuchi CDT-1000 Vision die dritte Generation der Cyberterminals, welche nur noch die Größe einer kompakten Desktop-Box hatte [9] [12]. Dieses basierte auf dem portablen Cyberdeck von Matrix Systems, dem Portal, welches vorher von Richard Villiers in einer feindlichen Übernahme in dessen Besitz gelangt war [14].

Portable Terminals

Gepäck

Nachfolgend wurde die Miniaturisierung immer weiter vorangetrieben. Cyberterminals schrumpften Stück für Stück weiter, ehe sie eine tragbare Form erreichten. Cyberterminals der sechsten Generation waren zwar im Vergleich zu modernen Geräten klobig, dafür aber durchaus portabel. Diese als "Gepäck" getauften Geräte erhielten ihre Namen über den Umstand, dass sie wie Koffer aussahen und auf Flügen auch so transportiert wurden. "Portabel" war bei diesen Monstern aber immer noch relativ, da sie mindestens 14 Kilo auf die Waage brachten. Immerhin boten sie die Möglichkeit, auch Peripheriegeräte für Cyberterminals aufzunehmen und mit Datenbuchsen verbunden zu werden. Ihre Rechenleistung stand den wenige Jahre später aufkommenden Cyberdecks glücklicherweise auch in nichts nach [14].

Erste Cyberdecks

Am 10. August 2050 hatten Cyberterminals inzwischen eine Größe erreicht, die nur noch einer Tastatur entsprach, was die Geräte deutlich portabler machte [[1]]. Diese neue - die siebte - Generation trägt nun den Namen Cyberdeck [1].

Ausstattung

Jedes Cyberterminal verfügt über ein ASIST-Interface und ein MPCP [15].

Da sie viel größer gebaut als ausgestattet sind, kann man alle Attribute eines Terminals zweimal verbessern und seine Speicherbank vervierfachen.

Verbreitung

In nicht wenigen Kneipen gab es vor dem Crash 2.0 öffentliche Cyberterminals, wo man sich gegen Bezahlung mittels Credstick einfach und unbürokratisch in die Matrix einloggen konnte.

Hersteller

Die meisten der großen Konzerne stellen Cyberterminals her, unter anderem Novatech Incorporated, Renraku Computer Systems und (bis zu seinem Zerfall) Fuchi Industrial Electronics. Fairlight hatte mit seinem Fairlight Joyeuse auch ein High-end Terminal zu einem Preis von um die 450.000¥ mit einer Standardspeicherbank von 300 Megapulse verkauft.

Spitznamen

Decker bezeichneten Cyberterminals - namentlich die einfachen, billigen und die öffentlichen, definitiv nicht aufgemotzten - abfällig als "Schnecke" (engl. Snail oder Tortoise, was wörtlich eigentlich "Schildkröte" heißt), um die mangelhafte Leistung und Performance im Vergleich zum Deck hervorzuheben.

Gepäck

"Gepäck" war der gebräuchliche Ausdruck für Cyberterminals der sechsten Generation die etwa 2046 eingeführt wurden. Der Name Gepäck kommt daher, dass sie wie Koffer aussehen. Sie sind von der Rechenleistung auf einer Stufe mit Cyberdecks und können seit etwa Juni 2050 auch mit Cyberdecktechnologie verbessert werden sowie ihre Speicherbank um das Dreifache erhöhen lassen. - Allerdings wiegen sie dafür mindestens 14 Kilogramm.

Shadowtalk Pfeil.png Unser Decker hat sich das früher Mal angetan und ich frage mich wie viele noch? Der einzige Nachteil des Gepäcks ist das Gewicht, sonst sind sie upgegradet besser als die Decks, sind viel billiger und dreimal so großen Speicherplatz sowie die Möglichkeit zur Reaktionsverstärkung.
Shadowtalk Pfeil.png Klingenläufer


Siehe auch

Quellen

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Cyberterminal in der Shadowhelix, wo er unter GNUFDL steht. Eine Liste der Autoren findet sich hier.

Primärquellen zu Cyberterminalen sind:

Quellendetails:


^[1] - Shadowrun 2050 S.164
^[2] - Letaler Code S.13
^[3] - Blood in the Boardroom p.23
^[4] - Letaler Code S.14
^[5] - Virtual Realities p.55
^[6] - Almanach der Sechsten Welt S.40
^[7] - Almanach der Sechsten Welt S.48
^[8] - Almanach der Sechsten Welt S.52
^[9] - Almanach der Sechsten Welt S.56
^[10] - Almanach der Sechsten Welt S.71
^[11] - Sixth World Almanac p.49
^[12] - Sixth World Almanac p.54
^[13] - Almanach der Sechsten Welt S.54
^[14] - Shadowrun 2050 S.170-171
^[15] - Matrix S.17, 56