Motocycle Club

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Motorcycle Clubs, kurz, MCs, ist die Eigenbezeichnung klassischer Biker-Gangs, die von Pinkeln bzw. Normalbürgern oft auch verallgemeinernd und abfällig als "Rockerbanden" (häufig mit dem Zusatz "kriminelle") bezeichnet werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten MCs entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA. Ein Teil der Kriegsveteranen konnten sich mit dem zivilem Leben nicht anfreunden und suchten eine neue Herausforderung, einen neuen Nervenkitzel. - Sie fanden ihn beim Motorradfahren. Die Leute waren (und sind) berüchtigt für ihre Genußsucht, die sich in ausschweifenden Partys, exzessiven Drogen- und Alkoholkonsum und dem Reiz an Nerventkitzeln zeigte. Die Finanzierung lief ganz automatisch über die Geschäfte mit Drogen, Prostitution und Waffen, und was das Männerherz noch so begehrte. Die Fahrten als Mannschaft, die Furcht der Leute vor den Männern flösste vielen Respekt ein. Rasch schlossen sich auch ungediente Männer den Vereinigungen an. Die Bewegung war nicht mehr aufzuhalten.

Der Begriff des "Eight-Percenters" für den offen gewaltbereiten und mit ihrer Gewalttätigkeit kokkettierenden Teil der in MCs organisierten Biker kam - angeblich - nach einer Massenschlägerei bei einem Bikertreffen auf, als die Veranstalter - um die Presse zu beruhigen - erklärten, lediglich 8 Prozent der anwesenden Motorradfahrer hätten sich an den Ausschreitungen beteiligt. Speziell jene MCs, deren Mitglieder sich - nach eigenem Selbstverständnis - als Outlaws und außerhalb der spießigen bürgerlichen Gesellschaft stehend betrachten, verwenden daneben auch den Begriff "One-Percenter-MC". Dies leitet sich von der angeblichen Aussage eines MC-Präsidiums-Mitglieds ab, der gegenüber Reportern erklärt haben soll, lediglich 1% der in den MCs organisierten Motorradfahrer wären kriminell.

Mittlerweile haben sich die MCs zu einer speziellen Spielart des Organisierten Verbrechens entwickelt. Zu den mächtigsten MCs gehörten – bis zu ihrem weltweiten Verbot 2010 – die «Hells Angels» und die «Bandidos».

Shadowtalk Pfeil.png Erinnert sich noch wer an deren blutiger Bandenkrieg, besonders in Skandinavien und Kanada, in den späten 1980ern/1990ern, der wiederholt durch die Presse ging?
Shadowtalk Pfeil.png History X

Das Verbot führte aber nur dazu, dass die Szene sich in den Untergrund verlagerte. Nach 2045 wagten sich die Biker dann wieder ans Licht der Öffentlichkeit und zeigten «Kutte» - das heißt, sie trugen in der Öffentlichkeit ihre Logos und Schriftzüge auf dem Rücken ihrer Jacken oder über den Lederjacken getragenen Jeanswesten. Der größte und bedeutendste MC der ADL in den 2060ern war das «Capitol» (defacto eine Neugründung der 2010 verbotenen MCs Gremium und Hells Angels Germany/Bones). Er organisiert die «German Bike Week», die alljährlich in Thüringen stattfindet, und ihm wurden jeweils für die Dauer dieses Biker-Treffens die Polizeigewalt auf Thüringens Straßen übertragen, was erstaunlich gut funktionierte und der Polizei massive Verluste an Personal und Material ersparte. - Daran hat sich auch 2072 nichts geändert, und daneben gehört auch noch der «Desperados MC» zu den ganz großen Gangs auf deutschem Boden, dem in jüngster Zeit gerade die Raubtrolle aus der Trollrepublik als neues "Chapter Schwarzwald" beigetreten sind.

Struktur, Geschäfte & Aktivitäten[Bearbeiten]

Bikerjargon

*Backpatch - setzt sich aus Center Patch (dem Logo), Toprocker und Bottomrocker (Schriftzügen ober- und unterhalb davon) zusammen.
  • Big House Crew - Gesamtheit aller Members eines MCs / Chapters, die gerade im Knast sitzen
  • Bottomrocker - Namensschriftzug, der das Chapter eines MCs bezeichnet (häufig Stadt oder Regionalbezeichnung), unterhalb des Center Patch, Teil des Backpatch / der Colours.
  • Chapter / Charter - örtliche Niederlassung eines MCs
  • Clubhaus - Sitz des Chapters
  • Colours - (Gangfarben) Logo des MCs, meißt als Patch mit dem Namen des MCs auf der Kutte zu sehen
  • Hangaround - (Hänger) potentieller Anwärter auf den Prospect-Status (kein Mitglied)
  • Kutte - Jacke oder über der Jacke getragene Weste des Bikers, u. a. mit Patch des MCs (siehe auch: Wikipedia-Artikel)
  • Member - Mitglied (Ganger)
  • Out (in Bad Standing) - aus dem MC / Chapter hinausgeworfen werden / worden sein. In der Regel damit verbunden, daß der - nun Ex-Member - mehr oder minder gewaltsam der Colours (Kutte, zusätzliche Abzeichen etc.) entkleidet wird. Falls er Tattoos mit dem Gangzeichen hat, werden diese u. U. auch gegen seinen Willen mit einer schwarzen Fläche übertätowiert, und so unkenntlich gemacht. - Außerdem bedeutet "in Bad Standing" zusätzlich, daß von allen Members erwartet wird, ihn künftig nicht nur als Außenstehenden, und Nicht-Mitglied, sondern auch explizit als Feind zu betrachten und zu behandeln.
  • Patch-Over - freiwillige Fusion einer Gang mit einer anderen bzw. Beitritt einer kleineren Gang zu einer größeren oder unfreiwillige, feindliche Übernahme einer Gang in eine andere, größere Gang (leitet sich davon ab, daß das neue Backpatch üblicher Weise über das alte genäht, geklebt oder geschweißt wird)
  • Präsi - (Präsident) Vorsitzender des Chapters / MCs
  • Prospect - Anwärter auf Member-Status, noch kein Mitglied, trägt aber bereits einen Teil des Patchs (den sog. "Bottom Rocker")
  • Red Light Crew - Gesamtheit der Member eines MCs / Chapters, die sich hauptberuflich mit der Kontrolle des Rotlichtgewerbes (Zuhälterei) befassen
  • Road Captain - Anführer einer gemeinsamen Ausfahrt, verantwortlich für Routenplanung etc., teilweise auch für die Motorräder des Chapters
  • Secretary - Mitglied, für die Verwaltungsaufgaben im MC / Chapter verantwortlich
  • Sergeant at Arms - Verantwortlich für die Disziplin im Chapter, verwaltet auch die gemeinsame Waffenkammer
  • Supporter - Anhänger des MCs, kein Mitglied
  • Top Rocker - Namensschriftzug des MCs, oberhalb des Center Patch, Teil des Backpatch / der Colours.
  • Treasurer - Finanzverantwortlicher des MCs / Chapters (Kassenwart)
  • Vize - Stellvertreter des Präsi

Unter Anderem zeichnen sich MCs auch durch eine Hierarchie aus, in der der Präsident (Präsi) an der Spitze steht, gefolgt von seinem Vize und unterstützt durch eine Reihe weiterer «Ämter» wie zum Beispiel dem Road Captain, der für die Planung und Durchführung gemeinsame Ausfahrten mit den Motorrädern zuständig ist, den Master at Arms, der sich um das (gemeinsame) Waffenarsenal des Clubs kümmert, oder den Treasurer (Kassenwart), der auch die Knackikasse für im Bau sitzende Mitglieder verwaltet. Mitglieder eines MC heißen Members, Anwärter auf die Mitgliedschaft Prospects.

Shadowtalk Pfeil.png Bei den traditionellen MCs tragen Prospects bereits einen Teil der Colours, üblicherweise den Bottom Rocker, aber nicht das Center Patch. Manche Clubs verlangen zusätzlich einen "Prospect"-Schriftzug, und manche - im speziellen Gangs, die an sich keine klassischen 1%er-MCs sind - erlauben auch Prospects bereits, das zentrale Emblem zu tragen, sofern der "Prospect"-Status zusätzlich gut sichtbar angezeigt wird!
Shadowtalk Pfeil.png Ganglander

Mitläufer, die möglicher Weise irgendwann Anwärter werden, nennt man Hangarounds (Hänger), da sie um das oder - wenn die Vollmitglieder es dulden - auf dem Gelände des Klubhauses herumhängen.

Zwar sind nicht alle MCs verbrecherisch und militant, aber die meisten sind zumindest entweder das eine oder das andere…

Die Mitglieder eines MCs rekrutieren sich interessanterweise aus allen gesellschaftlichen Schichten – also aus scheinbar brave Bürger mit einem Hang zur Harley und etwas archaischen Vorstellungen von Freiheit und Ehre ebenso wie aus Hinterwäldlern und Rednecks aus den Südstaaten der ehemaligen USA und Gangern aus den schlimmsten Slums der Sprawls, und alle fahren unter Umständen im selben MC mit. Lokale Gruppen oder Gang-Filialen eines MCs werden Chapter oder Charter genannt, die über ein Clubhaus verfügen, die die Zentralen aller Aktivitäten darstellen.

Die MCs kontrollieren Tattoo-Studios und -Conventions, Erotik- und Bikermessen, sie sind in den Handel mit Drogen, illegalen Sims und Waffen verstrickt, einzelne Chapter lassen sich gelegentlich als Rollkommandos oder für etwas «offensivere» Securitytätigkeiten anheuern. Auch Raubüberfälle, Bandenhehlerei und die Erpressung von Schutzgeldern von an den Autobahnen und Highways gelegenen Tankstellen, Imbissbetrieben und Motels sowie Zuhälterei gehören zu den kriminellen Aktivitäten der MCs. Weit entscheidender sind aber oft die archaischen Revierkämpfe mit rivalisierenden MCs, bei denen es neben Geld und Macht vor allem um die «Ehre» und den «Respekt» (bzw. die Missachtung von beidem) geht, und die sich zu regelrechten Vendetten auswachsen können.

Nur in Extremfällen werden MCs vom Bundesverfassungsgericht der Allianz als "verfassungsfeindlich" eingestuft, und mit "Kuttenverbot" belegt, was bedeutet, daß jeder Polizist, der einen Biker mit den Farben der betreffenden Gang sieht, nicht nur berechtigt sondern sogar verpflichtet ist, diesen aus dem Verkehr zu ziehen. 2062 galt ein Kuttenverbot für zwei MCs in der ADL, von denen der eine das «Eiserne Kreuz», und der andere die «Sons of Odin» waren, die aber wohl nichts mit dem gleichnamigen Viking in Norwegen zu tun hatten. - Tatsächlich zu den anti-metamenschlichen Rassisten gehören dagegen die Biker des «Roadgunner Brigade MC», der ungeachtet seines nicht eben diskreten Namens 2072 tatsächlich noch legal ist und Verbindungen zu Siegfriedbund, Runenthing und sogar zur terroristischen Nationaler Aktion unterhält.

Der «Wrocławsky Ułani MC», zu deutsch die "Breslauer Ulanen", hat sich dagegen aus Kämpfern der Polnischen Volksarmee gegründet, die nach dem Ende des Befreiungskriegs nicht ins Zivilleben zurückfanden, und ihre Aktivitäten aus ihrer polnischen Heimat in die ADL ausgedehnt haben. Sie gelten als Alliierte und Vollstrecker der Prager Cherkezov-Vory, zumal sie deren Feindschaft gegen die russische rote Vory von ganzem Herzen teilen...

Speziell in den alternativen Bezirken Berlins kommt es auch vor, daß die Biker eines MCs als Schutzgang die Polizeiaufgaben im einen oder anderen Kiez übernehmen. - Dies kann sowohl ein örtliches Chapter eines der fünf Großen sein, als auch ein rein lokaler, kleinerer Club wie der (mittlerweile bis auf seinen Präsi Wanja Viljad ausgelöschte) «Höllenwölfe MC Berlin», der «Cerberus MC» oder der «Blitzkrieg MC Berlin».

Verhältnis zu anderen Akteuren der Unterwelt[Bearbeiten]

Die Go-Gangs der Sechsten Welt werden von den Bikern oft nicht wirklich ernst genommen, während die Go-Ganger in den MCs häufig ein überholtes Relikt des 20. Jahrhunderts sehen. Autoduellisten - speziell in der ADL - geraten zuweilen mit den Biker- wie auch mit Go-Gangs an einander, wobei die gepanzerten, hochgezüchteten und bewaffneten Sportwagen oftmals den Harleys der Biker überlegen sind. Mit den größeren Syndikaten der Organisierten Unterwelt wie Mafia, Yakuza und Vory v Zakone bestehen wenige Reibungspunkte, und man lässt sich gegenseitig weitgehend in Ruhe, sofern die Biker sich nicht von den Großen fallweise als Schläger und Vollstrecker anheuern lassen.

Shadowtalk Pfeil.png Wobei in den 2070ern der «Desperados MC» eine fixe Allianz mit der Mafia und dort namentlich den Gasperis eingegangen ist, während zwischen dem polnischen «Wrocławsky Ułani MC» und der Cherkezov-Vory eine ähnlich dauerhafte und stabile Verbindung besteht...
Shadowtalk Pfeil.png Bikertroll ...auch, wenn sich das mit dem legendären Freiheitsdrang der klassischen Outlaw-Biker und dem Easy Rider-Mythos nur sehr bedingt verträgt.

Im Outback Australiens und in der Republik Quebec stellen die Biker-Gangs, MCs oder Bikies die wichtigste Form des organisierten Verbrechens da. Außerdem werden die Vikings oder Wikinger-Gangs in der Skandinavischen Union nicht grundlos auch Viking-Biker genannt, da sie - außer aus den Reihen militanter Heavy Metal-Anhänger und Neo-Paganisten - in erster Linie aus den skandinavischen Chartern und Chaptern der alten MCs der Hells Angels oder Bandidos hervor gegangen sind.


Outtime-Info:[Bearbeiten]

Die Actionfilme „Made of Steel - Hart wie Stahl“ und „Stonecold – Kalt wie Stein“ – beide schon wiederholt im deutschen Fernsehen gezeigt - liefern ein recht gutes (wenn auch mit Vorurteilen behaftetes) Bild von der Szene der kriminellen Biker, Rocker und MCs in den USA.

In der (tatsächlich freiverkäuflichen) Zeitschrift «Biker-News» stellen sich MCs in Deutschland dagegen in ihrer ganzen martialischen Pracht selbst dar...

Quellen[Bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten]